3 Tage on tour

Nachdem es uns dreimal in den Norden des Landes zog, machten wir uns am 4. Mai auf gen Süden.

Schon am frühen Morgen starten wir mit Sack und Pack. Unser erstes Ziel: Baden-Württemberg. Es dauerte keine halbe Stunde, da klagte Philipp schon, er müssen unbedingt mal aufs Klo. Aber das kannten wir ja von ihm. ;-) Wie auch immer, nach ca. 7 Stunden erreichten wir das House of Audio, das nur wenige Kilometer von Bruchsal entfernt ist. Wir waren ganz gespannt, ob unser Album pünktlich zu unserer Süd-Mitteldeutschland-Tour fertig ist. Und was sahen unsere gespannten Augen? – Kisten, auf denen Offmade stand! Nach einem inneren Freudenschrei betrachteten wir jeden Millimeter unseren neuen Albums „Behind the obvious“. Nochmal Paul streicheln, einen Rundblick werfen, den Billardtisch streicheln und schon zogen wir weiter zu unserem ersten Gig in der Fabrik. Dort spielten wir zusammen mit Randstein, die Rammstein-Coverband. Trotz einer kurzen Nacht und langer Autofahrt gingen wir hochmotiviert auf die Bühne. Warum auch nicht? Die Fabrik ist ein schöner, großer Club mit einer guten technischen Ausstattung, so dass wir einen Top-Sound hatten.

Da das House of Audio so lieb war und uns in ihrer Wohnung im Studio übernachten ließen, konnten wir nach einem Small Talk mit Jochen S., der geduldige „Mischer“ unseres Albums, super ausgeschlafen weiter nach Bayern, zu Gig Numero 2, fahren.

Die Kofferfabrik in Fürth – wir haben's auf der Tour wohl mit Fabriken gehabt – war ein großes Eckchen kleiner als die Fabrik in Baden-Württemberg, aber sehr gemütlich. Trotzdem der Abend des Himmelfahrtstages für viele Leute hart ist, füllte sich doch die Kofferfabrik. Die Bandzusammenstellung – nach uns spielte eine Hardcoreband!!! – war etwas unglücklich, aber dadurch war wenigstens für jeden Gitarrenmusikfan etwas dabei. ;-) Simeon und Matthias von der Kofferfabrik gestatteten uns, in Ihrem Reich zu übernachten. Eine weitere Nacht, die nicht vor 5 Uhr morgens endete.

Kurz vorm Strafzettel in Nürnberg, wo wir nächtigten, starteten wir den Motor und fuhren zurück in den Osten – nach Zwickau (Sachsen). Im Auto verriet Jessi nichts ahnend, ganz beiläufig mit wem wir im Alten Gasometer in Zwickau spielen werden: Randy Hansen. Philipp drehte total ab, kriegte sich nicht mehr ein, rief seine Eltern ganz aufgeregt an, die auch jubelten, und war empört, dass es doch tatsächlich Leute gibt, die die Reinkarnation von Jimi Hendrix aus Seattle (USA) nicht kennen. Das war natürlich eine interessante Begegnung. Am Schlagzeug saß Manni von Bohr – ein berühmter Drummer, der schon viele Lernvideos für sich noch entwickelnde Drummer veröffentlichte und ein Set aufgebaut hatte, wovon man – präzisiert: Benny – nur hätte Fotos von machen können. An der Gitarre war Randy. Wenn man ihn sah, dachte man Jimi wäre wirklich wieder auferstanden. Und so spielte er auch.

Jedenfalls … trotz des Gedankens, dass Profis im Publikum sein werden, konnten wir es kaum erwarten, den 3. Abend hintereinander zu spielen. Obwohl wir dem Zwickauer Publikum völlig unbekannt waren und sie sicherlich gespannt auf Randy und Co. warteten, motivierten sie uns mit kräftigem Beifall.

Nach unserer und Randys Show kamen wir vor angeregten Gesprächen mit den Musikern und dem Manager kaum zu Abbauen. Das ist schon cool: diese Männer sind seit Jahrzehnten schon Top-Musiker und Profis – trotzdem unterhielten sie sich ganz nett und lange mit uns. Neben dem Musikerfachgesimpel konnte man ebenso seine Englischkenntnisse auffrischen – das machte richtig Spaß! J

Da wir aber doch einen lang Weg vor uns hatten – nämlich nach Hause – machten wir uns doch bald auf die Socken. Nach kaum einer halben Stunde ertönte auch schon wieder ein zartes Stimmchen von der Rückbank: „Tobi, ich habe Hunger. Können wir noch bei McD. – keine Werbung!! – anhalten?“ Nein, diesmal war es nicht Philipp mit seiner Pionierblase. Nico jammerte. Beim Schlagwort Hunger meldeten sich auch noch die anderen beiden: „Oh jaaaa!“ Die McD.-Filiale auf der Autobahn bei Dresden müsste uns langsam kennen!

Und so kamen wir mal wieder nach dem Sonnenaufgang nach Hause und fielen total geschafft in unsere Betten. Die Freude aufs Ostseewochenende war nach dieser 3-Tages-Tour gleich wieder groß.